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Eine 120-jährige Unternehmensgeschichte:

Postkarte aus dem Jahr 1901

1896 - 1898
Grundsteinlegung bis Eröffnung

Team zur Eröffnung im Jahr 1898Unsere Geschichte begann vor über 120 Jahren, im Jahr 1896, mit der Grundsteinlegung für die heutige Reha-Klinik und Gesundheits-Resort Dr. Wüsthofen in Bad Salzschlirf. Am 04. Juli des Jahres 1897 wurde unter großer Beteiligung der Gemeinde das Richtfest gefeiert. Rechtzeitig zur Saison-Eröffnung im Heilbad Salzschlirf konnte das Palast-Hotel von Hubert Wüsthofen und seiner Frau Babette im Jahr 1898 eröffnet werden. Bauherr war der Hotelier Hubert Wüsthofen (1862 - 1936). Er entschloss sich zu dem Hotelbau, da die Zahl der kurenden Gäste in Bad Salzschlirf stetig anstieg.

Artikel der Fuldaer Zeitung vom 07. Juli aus dem Jahr 1897:

Der Besuch unseres Bades wird, Dank der heilkräftigen Wirkung unserer Brunnen, von Jahr zu Jahr stärker und kein Tag vergeht, wo nicht Fremde ankommen und teilweise wegen Wohnungsmangel wieder abziehen müssen. Um diesem Uebel abzuhelfen hat Herr Hubert Wüsthofen, ein großartiges, massives Logierhaus mit über 60 Zimmern hingestellt.  

Hier konnten für die nächste Saison eine Menge hilfesuchender Patienten beherbergt werden und alle Bequemlichkeiten der Neuzeit erfahren. Gestern wurde Richtfest gefeiert. Nie hat unser Ort eine herrlichere Feier verlebt. Nachmittags 5 Uhr ruhte die Arbeit und die Handwerker versammelten sich auf dem mit provisorischen Tischen und Bänken ausgerüsteten Platz vor der Baubude, die heute als Küche und Schänke eingerichtet, einen viel fröhlicheren Eindruck machte, wie sonst. Da - ernste Stille - auf den Zinnen des Daches ertönte der Choral: "Großer Gott, wir loben dich", aus den Instrumenten der 16 köpfigen jugendlichen Handwerkerkapelle aus Horas bei Fulda.

Jetzt tritt der Altgesell der Zimmerleute aus jenen hervor und hält mit lauter, vernehmlicher Stimme den Spruch, worin er Haus und Bauherrn nebst Familie dem Schutz des Allmächtigen empfiehlt und auf das Wohl der Bauherrschaft mit kräftigem Zug das Glas leerte.Ein weiterer Choral und Musik begibt sich zum Festplatz,

wo sie 50-60 Mann beim delikaten Richtschmaus in eine feuchtfröhliche Stimmung versetzt. Heitere Lieder wechseln mit kräftigen Hochs auf Bauherrn und gesamte Familie, auf Arbeiter, Polier und Meister, sowie auf die Gemeinde und Badeverwaltung und das einheitliche Zusammenwirken des Bauherrn mit der Badeverwaltung. Kurgäste, Einwohner und besonders Kinder des Ortes nahmen durch allerlei Belustigung teil am Feste. Zum Schluß noch ein Tänzchen auf grüner Wiese und der Festzug bewegte sich - die Musik voran - durch den Ort zum Gemeindewirtshaus, um dort noch bis tief in die Nacht, aber in schönster Ordnung, das Fest zu vollbringen. Das wirklich hervorragende Gebäude ist von Herrn Architekt Heinrich Koch in Frankfurt entworfen und wurde von Fuldaer Meistern solid und kräftig ausgeführt. Auch wir wünschen dem Bauherrn und seiner Familie von herzen Glück zu seinem Unternehmen und hoffen, dass das Geschäft ihm bald Gelegenheit gibt, noch ein weiteres schönes und umfangreiches Gebäude zur Zierde der Gemeinde und des Bades zu errichten.

1899 - 1914
Wo Grafen und Geldadel kurten

Bereits im Jahr 1900 erwies sich der Hotelbau mit seinen 60 Zimmern als zu klein, so dass die Zimmerzahl auf 120 Zimmer erweitert wurde. Das Kur-Hotel wurde mit allen Errungenschaften der Neuzeit ausgestattet um den Wünschen und Bedürfnissen der kurenden Gäste, insbesondere mit Erkrankungen wie Gicht, Rheuma und sonstigen Stoffwechselleiden, immer besser zu entsprechen. Dazu gehörte damals ein Park, ein Konversations- und Musikzimmer, ein eleganter Salon, eigene Stallungen und Kutschen - und elektrisches Licht.

Brief aus dem Jahr 1904Um die Jahrtausendwende beherbergte das seit 1838 staatlich anerkannte Heilbad - im Jahr 1911 wurde das Prädikat "Bad" erteilt - mit seinen Naturmoor-, Mineral- und Sole-Anwendungen zahlreiche Kurgäste, darunter auch hochgestellte Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland.

Gästebücher aus dieser Zeit zeigen die Übernachtungsgäste aus Adel, Politik, Unternehmertum und hochrangigem Militär wie Grafen, Konsule, Fabrikanten, Gemeralmajore und Admirale auf. Vom Graf Görtz von Schlitz über Prinz und Prinzessin Heinrich von Schönburg-Waldenburg bis hin zur Fürstin Politzin aus Petersburg reicht die hochrangige Gästeliste.

In dieser Zeit der steigenden Gästezahlen entstand ein wachsender Bedarf an gastronomischen Einrichtungen, was Hubert Wüsthofen im Jahr 1909 dazu veranlasste sein Restaurant und Kaffeehaus "Blaues Wunder" in Bad Salzschlirf zu errichten.


1915 - 1938
Erster Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise

Den Jahren des Aufbaus und der ersten guten wirtschaftlichen Ergebnisse, folgte der Erster Weltkrieg (1914-1918) und die äußerst schwierige Nachkriegszeit mit der sich anschließenden Weltwirtschaftskrise, die im Kur- und Fremdenverkehr deutliche Spuren hinterließ. Erst zum Ende der 20er Jahre war wieder eine deutliche Verbesserung in Bad Salzschlirf zu verspüren.

1936 übertrug Hubert Wüsthofen den Hotel- und Restaurationsbetrieb auf seinen Sohn, den Hotelier Hubert Wüsthofen (1902 - 1983). 


1939 - 1952
Zweiter Weltkrieg und die Nachkriegszeit

Der gerade wenige Jahre alte Aufschwung im Kurwesen wurde abermals durch den Zweiten Weltkrieg (1939-1945) jäh unterbrochen. Hubert Wüsthofen wurde zur Wehrmacht eingezogen, das Kurhotel beschlagnahmt und als Wehrmachtslazarett eingerichtet.

Nach Kriegsende wurde die Einrichtung in der Nachfolge des "Wehrmachtslazaretts" bis Ende 1952 unter der Regie der Landesversicherungsanstalt Hessen als sogenannte "Hilfskuranstalt" für die Verwundeten und aus Russland heimkehrenden Kriegsgefangenen als Behandlungsstädte genutzt.


1953 - 1987
Wiederbeginn

Hotelier Wüsthofen, erst 1948 aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt, eröffnete zusammen mit seiner Frau Alwine an Ostern 1949 wieder das "Blaue Wunder".

Nach Rückgabe durch die Landesversicherungsanstalt wurde der Hotelkomplex vollständig renoviert und seinem eigentlichen Zweck, als Kurhotel, wieder zugeführt. Da der Kurbetrieb in Bad Salzschlirf erst zögerlich wieder in Schwung kam, wurde der Postkarte aus dem Jahr 1960Hotelbetrieb von 1952 bis 1965 an den Caritasverband Fulda verpachtet, der es als Kur- und Erholungshaus unter der Bezeichnung "Sanatorium Elisabeth" führt.

1966 ging das "Sanatorium Wüsthofen" wieder in die Verantwortung der Gründer-Familie zurück und wurde erneut umfangreich renoviert und erweitert.


1988 - 1996
Erneuter Generationenwechsel

1988 übernahm Dr. Hubert Wüsthofen, der sich inzwischen als Facharzt für innere Medizin und Badearzt in Bad Salzschlirf niedergelassen hatte, die Einrichtung von seiner Mutter Alwine Wüsthofen. Seit 1975 war Dr. Wüsthofen neben seiner Praxistätigkeit leitender Arzt des damaligen "Sanatoriums".

Nach seinem Unfalltod im Jahr 1996 wurde das Unternehmen von seiner Frau Gitta und ihren Kindern Maralde und Hubertus Wüsthofen sowie partnerschaftlicher Unterstützung durch Herrn Dr. med. Eckardt Fenselau und Herrn Prof. Dr. med. Kurt Gräfenstein fortgeführt.

Postkarte aus dem Jahr 1986

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